Die Musikschulefür Erwachsene jedes Alters?

Lebenstraum

Warum Lebenstraum?

„Mein Leben lang habe ich davon geträumt, ein Musikinstrument zu spielen, aber als ich aufwuchs, hatte ich keine Gelegenheit und später war auch keine Zeit und immer war anderes wichtiger.“ „Als Kind habe ich Flöte ( oder Klavier....) gespielt, aber irgendwann habe ich aufgehört und dann nicht wieder angefangen, obwohl ich es eigentlich immer vorhatte und davon träumte, wieder einzusteigen. Solche und ähnliche Sätze höre ich häufig. Oft sind es die Eltern oder Großeltern meiner Blockflöten- und Klavierschüler_innen, die sich so äußern oder es ist jemand, dem ich von meinem eigenen Musizieren erzähle. Manche setzen den Satz dann fort und erzählen mir, dass sie jetzt ja Zeit hätten, dass die Kinder aus dem Gröbsten heraus oder gar schon aus dem Haus sind, dass sie einen Ausgleich zum Alltag oder eine Beschäftigung für den Ruhestand suchen. „Wenn Sie meinen, dass ich das in meinem Alter noch lernen kann, dann nehme ich die Gelegenheit wahr und erfülle mir endlich den Traum vom Musikmachen“. Manche Träume hat man schon lange, vielleicht sein Leben lang. Und es ist etwas ganz besonderes, wenn man sie sich dann irgendwann auch erfüllt. Manches entsteht aber auch spontan, aus einer Laune heraus oder aus irgendwelchen anderen Gründen. Man beginnt mit etwas und plötzlich fühlt es sich wie ein Lebenstraum an. Ich habe das so erlebt, als ich einmal im Scherz und nicht wirklich ernstgemeint zu meinen Töchtern sagte: „Dann muss ich wohl Kontrabass lernen.“ In einer von großen Umbrüchen und Krisen gekennzeichneten Lebenssituation und im fortgeschrittenen Alter von 57 Jahren bekam ich dann von meinen Töchtern Kontrabassstunden geschenkt. Jetzt, nach drei Jahren Unterricht, fühlt es sich mehr und mehr so an, als hätte ich schon immer davon geträumt, zur Blockflöte und zum Klavier noch gerade den Kontrabass spielen zu können. Manches, was man tut, kann sich als Lebenstraum erweisen und auch das ist eine ganz besondere Erfahrung.

Warum eine Musikschule?

Noch eine? Die Frage ist berechtigt, denn es gibt in Berlin eine große Anzahl privater Musikschulen, an die auch Erwachsene sich wenden können und auch an öffentlichen Jugendmusikschulen sind Erwachsene mittlerweile willkommen. Warum ich trotzdem auf die Idee kam, noch eine Musikschule zu eröffnen, hat folgende Gründe: -Die Motivation, ein Instrument zu erlernen und die Zielsetzungen und Bedürfnisse , die Erwachsene damit verbinden, sind deutlich andere als die von Heranwachsenden. Die Lebenssituationen und Lebensrhythmen Erwachsener unterscheiden sich sehr von denen, in denen Kinder und Jugendliche heranwachsen und die jeweiligen Lernprozesse sind ganz verschiedene. Auf diese Unterschiedlichkeit der beiden Personengruppen möchte ich reagieren und eine Musikschule anbieten, deren Konzept und Struktur sich speziell an nur eine dieser beiden Gruppen wendet – an Erwachsene. Ich möchte dies im Rahmen einer Musikschule tun, weil ich einen Ort und Raum bereitstellen möchte, in dem Erwachsene ein Instrument lernen oder wiedererlernen können. (Es geht mir nicht um Musik- oder Beschäftigungstherapie, die einen sehr sinnvollen, aber ganz anderen Ansatz haben und sich an eine andere Zielgruppe wendet). Eine schöne, ansprechende Umgebung wirkt sich positiv auf jeden Unterrichtsverlauf aus, während unpersönliche, kahle und eher unfreundliche Schulräume die Unterrichtsatmosphäre hemmen. Diese Erfahrung war ein weiterer Grund für die Entscheidung, eine neue Musikschule zu gründen. In ansprechender Umgebung möchte ich einen Raum schaffen für gemeinsames Tun, für Unterricht und Begegnung und für all das, was sich daraus an weiterführenden Ideen ergeben kann. Dabei ist mir besonders wichtig, die Unterrichtseinheiten so zu gestalten, dass nicht die Uhr und der Zeitdruck die Stunden bestimmen, sondern dass die Stunden in entspanntem Rahmen stattfinden können.

Warum für Erwachsene jedes Alters?

Menschen bleiben bis ins hohe Alter aufnahme- und lernfähig – das zeigt nicht nur die Erfahrung in der Erwachsenenbildung, es wird mittlerweile auch von wissenschaftlichen Erkenntnissen bestätigt. Was Hänschen nicht gelernt hat, kann Hans durchaus lernen! Ein Instrument zu erlernen, erweitert die eigenen Ausdrucksformen, verschafft Lebensfreude und Erfolgsmomente. Wiedereinsteiger_innen machen die überraschende Erfahrung, das ganz viel Können sich schnell wieder aktivieren lässt. Der Musikunterricht ermöglicht neue soziale Kontakte und schafft positive Akzente im Tages- und Wochenverlauf. Üben ohne den Druck, ohne, dass jemand anderes sagt:„du musst“, solches Üben macht Spaß, ist anregend und wirkt sich gestaltend und positiv auf den Alltag aus. Musik versetzt in Schwingung. Musik bewegt und hält uns beweglich. Musik tut gut, nicht nur, wenn es uns gut geht, sondern gerade auch, wenn es uns nicht so gut geht. Musik kann ein Zuhause sein. Musik kennt keine Grenzen, auch keine Altersgrenzen:

„Ich konnte nicht mal Noten lesen, als ich mit 82 Jahren begonnen habe, Altflöte zu lernen und habe sie dann zehn Jahre lang mit großer Freude gespielt“
(Zitat einer ehemaligen Schülerin von mir.)